So scheiße kann´s laufen

"Hei!" rief meine Freundin Anna gerade. " Na du." antwortete ich.
Wir hatten uns am Kino verabredet, wo auch Jonas und Tobias, zwei Jungs aus unserer Klasse, auf uns warteten. Es war eher ein Zufall als eine Verabredung, dass die Jungs auch hier waren.
Jonas war der Typ der sowohl cool als auch verständnisvoll sein konnte. Er begriff wann etwas Spaß und wann etwas Ernst war.
Ich bewunderte das, denn so etwas konnten nicht viel Jungs.
Er war außerdem der Junge in den ich seit der 5. Klasse verliebt war. Anfangs fand ich ihn einfach nur süß, doch je mehr ich ihn kennen lernte,
desto mehr wurde mir auch bewusst, dass es nicht nur Schwärmerei war.
Wir standen also vor dem Eingang und ich konnte Jonas nur anstarren. Ich wusste, dass er mich nicht liebte, da er Julia liebte. Er gab es nicht zu, aber ich wusste es einfach.
Anna und ich wollten in einen echt romantischen Film, doch die Jungs hatten da echt kein Bock drauf. Um cool vor Jonas dazustehen, wählte ich dann doch einen Actionfilm, was Anna nicht gefiel, aber sie sagte trotzdem nichts. So saßen wir also schweigend im Kino. Ich saß zwar neben Jonas und klaute ihm Nachos und er mir Popcorn, aber mehr tat sich auch nicht. Wir waren so was wie Kumpels denke ich. Nach dem Kino verabschiedeten wir uns und das wars. Ein wenig traurig und enttäuscht ging ich home. Das war in der 6. Klasse.

Ein Jahr später, es war Anfang September, fand die jährliche Klassenfahrt statt. Es ging an die See.
Sowohl bei der Busfahrt, als auch bei der Zimmerverteilung waren Jungen und Mädchen voneinander getrennt. Logisch! Zu dieser Zeit hatte Jonas eine Freundin, was mich ziemlich eifersüchtig werden ließ. Ich beschloss Jonas zu ignorieren um mich zu „entlieben“ so nannte ich das. Ich wollte einfach nicht mehr an ihn denken. Nun ich hatte mir gewiss nicht den besten Zeitpunkt ausgesucht, wo ich doch jetzt zwei Wochen lang den lieben langen Tag mit ihm über die Insel latschen musste, doch ich hatte einen Plan. Für die ein oder andere Person war es wahrscheinlich nicht der Beste, aber hier ging es schließlich um mich.
Ich hatte nämlich beschlossen mich auf einen anderen Jungen aus meiner Klasse zu fixieren. Es traf Sandro. Er sah halbwegs gut aus und ich kam auch ganz gut mit ihm klar.
Ich hatte ein paar Freundinnen erzählt, dass ich nun in Sandro verliebt sei, was sich dann auch ein wenig herumsprach. So erfuhr es auch Sandro.
Es kam wie es kommen musste und er zeigte gewisse Zuneigungen die ich nicht wirklich erwidern konnte.
Eines Abends wurde eine Disco veranstaltet und ich , die wahrscheinlich talentierteste Tänzerin der Welt saß auf der Bank und wurde von meinen Freundinnen ermutigt mit zu tanzen. Ich lehnte ab und wehrte mich gegen ihre Aufmunterungen.
Ich weiß jetzt nicht, wie ich es schreiben soll ohne peinlich wirken zu lassen, denn es war mir ihm Nachhinein wirklich sehr peinlich. Es ist mir bis heute immer noch peinlich.
Also ich sah Jonas plötzlich durch den Saal gehen und da begriff ich, dass ich mich einfach nicht „entlieben“ konnte. Es ging einfach nicht. Ich begann zu weinen, sodass Frieda, meine ABF mich nach oben brachte, damit mich keiner sah. Doch irgendwann schien Jonas aus irgendeinem Grund etwas gehört zu haben. Er löste Frieda ab und tröstete mich. Jonas dachte wahrscheinlich es wäre irgendwas wegen Sandro. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als er mich in den Arm nahm. Ich hörte auf zu weinen und lehnte mich an ihn.
Abends im Bett schlief ich erschöpft ein. Am nächsten Morgen erzählte ich Frieda was wirklich los war. Die ganze Sache mit Sandro und so.
Eine Woche später, wir waren alle wieder zu Hause hörte ich Jonas mit Julia reden und er erzählte ihr, dass mit seine Freundin Schluss sei. Ich schöpfte neu Hoffnung.

Nun ist ein weiteres Jahr vergangen und ich bin inzwischen in der 8. Klasse.
Mit Jonas ist immer noch nichts am laufen. Noch nicht einmal ansatzweise.
Jeden Abend nehme ich mir vor: Morgen! Morgen sag ich ihm, dass ich ihn liebe. Ist doch nichts dabei.
Dann stehe ich am nächsten morgen in der Schule und starre ihn Gedankenverloren an, aber bringe keinen Ton über meine Gefühle zu ihm raus.

Das war meine Geschichte und ich hoffe immer noch auf ein Happy End.

Eine wahre Geschichte von Kathrin (14)

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